Betriebliche Gesundheitsförderung und Suchtprävention

 

Betriebliche Gesundheitsförderung und Suchtprävention haben einen festen Platz im modernen Personalmanagement der Betriebe. Vorschrift 1 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) beinhaltet und konkretisiert alle wesentlichen Anforderungen, die Unternehmen im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz zu berücksichtigen haben. Dazu kommen das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) §-§ 3-6 und das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) §§ 1, 2, 3, 6.

Ein betriebliches Suchtpräventionsprogramm sollte, auch wenn es z. B. in kleineren Betrieben oder Verwaltungseinheiten nur wenige Elemente umfasst, immer schriftlich fixiert werden und für alle Beschäftigten gelten. Ab einer bestimmten Betriebsgröße ist es sinnvoll, diese Suchtvereinbarung/Betriebsvereinbarung in das Qualitätsmanagement des Betriebes aufzunehmen. Eine aktuelle Studie beziffert den Gewinn von Präventionsmaßnahmen auf durchschnittlich 2,20 € pro eingesetzten Euro (Quelle: Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung und der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse, 2012). Eine strukturierte betriebliche Gesundheitsförderung und Suchtprävention können in Unternehmen zur Reduktion von Fehlzeiten, Krankenstand und Leistungsabfällen führen. Sie entlasten gleichzeitig Führungskräfte und zeigen den Beschäftigten Wertschätzung.

 

Eine interessante Musterbetriebsvereinbarung zur Vorbeugung von riskantem Konsum und zum Umgang mit Suchtproblemen am Arbeitsplatz hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. publiziert (Quelle: „Suchtprobleme am Arbeitsplatz", DHS 2015, S. 110ff.).

Betriebliche Suchtkrankenhilfe

 

Für die betriebliche Suchtkrankenhilfe können Unternehmen intern sowohl, ehrenamtliche betriebliche Suchtkrankenhelfer*innen als auch hauptberufliche Mitarbeiter*innen einsetzen. Ihre Aufgaben sind in einer Betriebsvereinbarung zu regeln. Es können ebenso externe Beratungsdienste in Anspruch genommen werden, wie z. B. die Suchtkrankenhilfe vor Ort.  

 

Hauptamtliche Suchtkrankenhelfer*innen

 

Hauptamtliche Suchtkrankenhelfer*innen bringen in der Regel einen Ausbildungshintergrund aus dem Bereich der Suchtkrankenhilfe mit. Ehrenamtliche Ansprechpersonen müssen in der Regel eine zusätzliche Weiterbildung für den Bereich der betrieblichen Suchthilfe nachweisen. Ausbildungen zum ehrenamtlichen Suchtkrankenhelfer / zur ehrenamtlichen Suchtkrankenhelferin können von Betroffenen wie Nichtbetroffenen ohne berufliche Voraussetzungen absolviert werden. Der nicht-professionelle-Bereich (Selbsthilfe/Ehrenamt) bedarf ebenso des Erwerbes von Wissen und Kompetenzen. Gruppenleiter*innen üben eine besondere Rolle aus und werden durch eine entsprechende Ausbildung gecoacht. Selbsthilfegruppenmitglieder und Angehörige benötigen neben dem Austausch auch Informationen und Beratung. Ausbildungen zum ehrenamtlichen Suchtkrankenhelfer / zur ehrenamtlichen Suchtkrankenhelferin werden von den Abstinenz- und Selbsthilfeverbänden und den Verbänden der Freien Wohlfahrt angeboten.