Kooperation der Suchthilfe mit dem Jobcenter und der Kommune

 

Die §§ 16a (Kommunale Eingliederungsleistungen) und 17 (Einrichtungen und Dienste für Leistungen zur Eingliederung) SGB II sind die Grundlagen für systematisch vernetzte Betreuung und Unterstützung bei der sozialen und beruflichen Integration.

Viele Menschen mit Suchterkrankungen aus dem Kreis der prinzipiell arbeitsfähigen Kundschaft des Jobcenters benötigen fachspezifische psychosoziale Begleitungen und Behandlungen. Nach § 16a, 4. SGB II ist die Suchtberatung explizit als Eingliederungsleistung genannt. „Die Aufgabe der Suchtberatung im Sinne dieses Gesetzes besteht demnach darin, auf die Beseitigung dieses Vermittlungshemmnisses (Sucht) hinzuwirken“ (Quelle: CaSu-Handreichung, Seite 4). Jobcenter und Suchthilfe sollen zur Erreichung dieses Ziels eng zusammenarbeiten (§ 18 SGB II).

Jedem erwerbsfähigen Menschen (ALGII-Bezieher*in) weist das Jobcenter eine örtliche Ansprechperson zu, die, je nach Voraussetzungen (z.B. Vorliegen einer Suchtproblematik), auch dem Fallmanagement angehören kann. Die Fallmanager*innen  schließen mit ihrer Kundschaft eine Eingliederungsvereinbarung (§ 15 SGB II). In der Eingliederungsvereinbarung wird festgehalten, welche Leistungen der/die Erwerbsfähige zur Eingliederung in Arbeit erhält. Zur Erbringung von Eingliederungsleistungen sollen die Leistungsträger keine neuen Strukturen schaffen, sondern Träger der Freien Wohlfahrtspflege angemessen in ihrer Tätigkeit unterstützen.

Werden Suchthilfen mit der Erbringung von Eingliederungsleistungen betraut, haben die Leistungsträger dafür zu sorgen, dass diese Leistungen wirtschaftlich erbracht werden und entsprechenden Qualitätsstandards genügen. Vereinbarungen sollen getroffen werden bezüglich Inhalt, Umfang, Qualität der Leistungen, Vergütung, Wirtschaftlichkeit, Qualität (§ 17 Absatz 2 SGB II).

Welche Leistungen konkret als Aufgaben der Suchtberatungen ausgeführt werden, wird kommunal unterschiedlich gestaltet.

Mustervereinbarung gemäß § 17 Absatz 2 SGB II

Die Landeskoordinierungsstelle unterstützt Sie gerne bei der Vorbereitung einer Leistungsvereinbarung gemäß § 17 Absatz 2 SGB II. Die folgende zum Download bereitstehende praxisrelevante Mustervereinbarung kann nach den kommunalen Gegebenheiten und Bedürfnissen angepasst werden.

 

Mustervereinbarung Landeskoordinierung

 

Arbeitshilfen

Die Handreichungen, auf die im Anschluss verwiesen wird, sind bereits vor einigen Jahren entstanden. In der Zwischenzeit gab es auch Änderungen im SGB – nichtsdesto trotz enthalten die folgenden Schriftstücke gute Impulse für alle Interessierten, die sich aktuell mit dem Thema beschäftigen:

www.fdr-online.info

 

www.caritas-suchthilfe.de

 

www.sucht.org