Berufliche und soziale Integration abhängiger Menschen

Die Arbeit, das soziale Eingebundensein in die Gesellschaft und eine bestehende Abhängigkeit (unabhängig von der Beschaffenheit) beeinflussen sich wechselseitig. Arbeitslosigkeit kann vielfach negative Konsequenzen in finanzieller und gesellschaftlicher Hinsicht mit sich bringen. Solche Belastungen können sich auch auf die körperliche und psychische Gesundheit auswirken, was die Rückkehr in das Berufsleben erschwert. Auch die Aufnahme eines Ausbildungsverhältnisses kann unter solchen Umständen schwierig sein.

Es ist wichtig, konsumauffälliges oder abhängiges Verhalten frühzeitig im sozialen und beruflichen Kontext zu erkennen und Reaktionen entgegenzusetzen.

Im Unternehmen gehört es zu den Führungsaufgaben (nach dem ArbSchG), sich mit Mitarbeiter*innen zu befassen, die unter dem Einfluss von berauschenden Substanzen stehen. Eine gut funktionierende betriebliche Hilfe durch eine Kultur des genauen Hinschauens, Techniken der Gesprächsführung, Betriebs- und Dienstvereinbarungen etc. kann einen bereits erhöhten Konsum vermindern oder den Weg in Hilfesysteme eröffnen. Bei einer bereits bestehenden Abhängigkeit besteht die Chance, schneller beraterische, ärztliche und therapeutische Hilfe zu bekommen.

Das Thema „Berufliche und soziale Integration abhängiger Menschen“ hat viele Facetten: Für Menschen, die keine realistische Chance auf dem sog. ersten oder zweiten Arbeitsmarkt haben, müssen Perspektiven der sozialen Integration erschlossen werden. Dieses gilt insbesondere für den Personenkreis der chronisch mehrfach abhängigen Menschen (CMA), für die die Schaffung einer Tagesstruktur und Beschäftigung im Vordergrund stehen.

Es ist im gesamtgesellschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Interesse, dass erhöhter Konsum und Suchtmittelabhängigkeit nicht lange unentdeckt und unbehandelt bleiben. Ein gut funktionierendes Netzwerk mit allen Beteiligten ist für dieses Anliegen unabdingbar.

Ein wichtiges Ziel der Landeskoordinierungsstelle berufliche und soziale Integration sind die Weiterentwicklung und Verbesserung der sektorenübergreifenden Vernetzung und Unterstützung auf Kommunal- und Landesebene.

Der Erwerbslosenanteil ist in allen substanzbezogenen Hauptdiagnosegruppen deutlich höher als in der Allgemeinbevölkerung. Der Erwerbslosenanteil (nach SGB II und III) von Personen mit z. B. einer Alkoholproblematik liegt im ambulanten Kontext bei 34,1 % und im stationären Kontext bei 43,3 % (Jahresbericht der Deutschen Suchthilfestatistik DSHS 2014, IFT). Eine enge Kooperation zwischen den zuständigen Behörden und der Suchthilfe ist für den Erfolg von sozialer und beruflicher Integration unabdingbar. Besonders zu erwähnen sind hier Beschäftigungs- und Qualifizierungsangebote, die positive Auswirkungen auf die Gesamtsituation der abhängigen Teilnehmer*innen haben.